Rechtliche Auseinandersetzungen um Rückerstattungsansprüche bei Verlusten aus nicht lizenzierten Online-Glücksspielen in Deutschland und Österreich

Elena Günther · Jun 6, 2026

Rechtliche Auseinandersetzungen um Rückerstattungsansprüche bei Verlusten aus nicht lizenzierten Online-Glücksspielen in Deutschland und Österreich

Gerichtsgebäude in Deutschland mit Fokus auf Glücksspielregulierung

Mehrere Verfahren in Deutschland und Österreich beschäftigen sich weiterhin mit Rückerstattungsforderungen von Spielern, die Verluste bei nicht lizenzierten Online-Glücksspielangeboten erlitten haben, und obwohl der Europäische Gerichtshof bereits mehrere Vorabentscheidungen getroffen hat, verweisen die Richter die endgültigen Entscheidungen immer wieder an nationale Gerichte zurück, sodass die Haftung der Betreiber in vielen Fällen unklar bleibt.

Die Situation hat sich bis Juni 2026 nicht grundlegend verändert, da laufende Klagen von Spielern, die auf Rückzahlung ihrer Einsätze pochen, vor verschiedenen Instanzen anhängig sind, während Betreiber argumentieren, dass frühere EuGH-Entscheidungen keine direkte Haftung begründen.

Hintergründe der anhaltenden Verfahren

Spieler in beiden Ländern stützen ihre Ansprüche auf nationale Glücksspielgesetze, die den Betrieb ohne Lizenz untersagen, und sie fordern die Rückerstattung von Beträgen, die über Jahre hinweg bei ausländischen Plattformen eingesetzt wurden, wobei Gerichte in erster Instanz teilweise zugunsten der Kläger entschieden haben, doch Berufungsverfahren und Revisionen führen zu Verzögerungen.

Der EuGH hat in mehreren Vorlagen Fragen zur Vereinbarkeit nationaler Verbote mit EU-Recht geklärt, doch in den aktuellen Fällen überlassen die Richter die Auslegung der konkreten Haftungsregeln den deutschen und österreichischen Gerichten, was bedeutet, dass Einzelfallprüfungen notwendig bleiben und einheitliche Leitlinien fehlen.

Entwicklungen in Deutschland

In Deutschland haben Spieler aus mehreren Bundesländern Klagen eingereicht, und Gerichte in Nordrhein-Westfalen sowie Bayern haben bereits Urteile gefällt, die teilweise Rückerstattungen zusprechen, während andere Verfahren noch offen sind, weil die Betreiber auf die fehlende direkte Anwendbarkeit von EuGH-Urteilen verweisen.

Die nationale Rechtsprechung zeigt, dass Richter die Frage der Kausalität zwischen dem illegalen Angebot und den Verlusten der Spieler unterschiedlich bewerten, und dies führt dazu, dass einige Ansprüche abgewiesen werden, während andere Verfahren in höheren Instanzen weitergeführt werden.

Parallele Entwicklungen in Österreich

Österreichische Gerichte sehen sich mit ähnlichen Klagen konfrontiert, und hier verweisen Richter ebenfalls auf die Notwendigkeit, nationale Vorschriften im Lichte der EuGH-Entscheidungen auszulegen, sodass Verfahren oft monatelang ruhen, bis neue nationale Urteile ergehen.

Betreiber in beiden Ländern betonen, dass sie ihre Plattformen nicht gezielt auf deutsche oder österreichische Kunden ausgerichtet haben, und sie argumentieren vor Gericht, dass die Verantwortung bei den Spielern liegt, die sich bewusst für nicht lizenzierte Angebote entschieden haben.

Richterliche Verhandlung zu Glücksspielrückerstattungen in Europa

Einfluss der EuGH-Entscheidungen

Der Europäische Gerichtshof hat in früheren Verfahren klargestellt, dass Mitgliedstaaten den Betrieb von Online-Glücksspielen ohne nationale Lizenz untersagen dürfen, doch die Richter haben bewusst keine generelle Aussage zur Rückerstattungspflicht getroffen und überlassen diese Bewertung den nationalen Instanzen, was zu einer uneinheitlichen Praxis führt.

Beobachter der Verfahren stellen fest, dass die Zurückverweisung an nationale Gerichte den Prozess verlangsamt, weil jedes Land eigene Beweisregeln und Haftungsmaßstäbe anwendet, und dies betrifft besonders grenzüberschreitende Angebote, die in mehreren EU-Staaten gleichzeitig zugänglich waren.

Ausblick auf weitere Verfahren

Bis Juni 2026 bleiben zahlreiche Fälle in der Schwebe, und Anwälte von Spielern sowie Betreibern warten auf neue nationale Entscheidungen, die möglicherweise den Weg für eine einheitlichere Rechtsprechung ebnen könnten, während der EuGH weitere Vorlagen prüft, ohne unmittelbar einzugreifen.

Die aktuelle Lage zeigt, dass die Kombination aus EU-Recht und nationalem Glücksspielrecht noch keine abschließende Klärung der Betreiberhaftung gebracht hat, sodass sowohl Kläger als auch Beklagte mit anhaltender Unsicherheit rechnen müssen.

Schlussfolgerung

Die laufenden Verfahren in Deutschland und Österreich verdeutlichen, wie schwierig es bleibt, EuGH-Urteile in konkrete nationale Haftungsfragen zu übertragen, und die fortgesetzte Zurückverweisung an lokale Gerichte sorgt dafür, dass eine abschließende Klärung der Rückerstattungsansprüche weiterhin aussteht.

Betroffene Parteien beobachten die Entwicklungen genau, und zukünftige Urteile in den kommenden Monaten könnten die Richtung vorgeben, wie ähnliche Fälle künftig behandelt werden. EuGH-Urteile und Berichte von EU-Institutionen liefern weitere Hintergründe zu den rechtlichen Grundlagen.